Peer Review

Qualitätssicherung durch kollegialen Austausch zwischen Ärzten und Pflegefachpersonen. Interprofessionell, interdisziplinär sowie träger- und länderübergreifend zwischen allen IQM Mitgliedern. 

Das IQM Peer Review

Anhand ausgewählter Patientenakten werden mögliche Schwachstellen in den Behandlungsabläufen, Strukturen und Schnittstellen geprüft und im kollegialen Dialog zwischen Chefärzten und Pflegefachpersonen des Krankenhauses einerseits und dem Peerteam andererseits erörtert.

Die identifizierten Verbesserungspotenziale werden diskutiert und Lösungsvorschläge erarbeitet, die die medizinische Behandlungsqualität optimieren. Ziel ist, einen kontinuierlichen internen Verbesserungsprozess und eine offene Lern- und Sicherheitskultur zu etablieren.

IQM Peer Reviews sind:

  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Ein Verfahren zur kollegialen Unterstützung auf Augenhöhe
  • Eine Möglichkeit, voneinander zu lernen

Ablauf eines IQM Peer Review

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    Zunächst erfolgt eine Selbstbewertung von ausgewählten Behandlungsakten, die der vor Ort verantwortliche Chefarzt mit seinem Team durchführt.

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    Anschließend analysiert das Peerteam vor Ort dieselben Behandlungsfälle konstruktiv-kritisch nach einer festgelegten Vorgehensweise und anhand einheitlicher Kriterien.

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    Die Aktenanalyse ist i.d.R. auf 16 Akten begrenzt. Anhand von standardisierten Analysekriterien und im fachlichen Austausch zwischen den Peers werden die medizinischen und pflegerischen Abläufe und die Behandlungsergebnisse bewertet.

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    Die anschließende Falldiskussion zwischen den Peers und dem Behandlerteam ist das Kernstück des Peer Review. Diese Diskussion auf Augenhöhe bringt den größten Nutzen für das besuchte Krankenhaus. Die Ergebnisse des Reviews sind identifizierte Verbesserungspotentiale sowie konkrete Lösungsvorschläge, die sich z.B. auf interdisziplinäre Schnittstellen, Standards, Leitlinien, Dokumentation und Abläufe beziehen.

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    Die Ergebnisse werden abschließend gemeinsam mit dem Ärztlichen Direktor und dem Geschäftsführer besprochen.

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    Die Lösungsvorschläge werden protokolliert und münden im Maßnahmenplan des Qualitätsmanagements der Klinik.

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    Die Verantwortung für die Umsetzung der Lösungsvorschläge liegt beim Chefarzt vor Ort. Die Ärztliche Direktion und die Geschäftsführung des jeweiligen Krankenhauses unterstützen und kontrollieren die Umsetzung.

Allianz Peer Review CH

In der Schweiz fördert die Allianz Peer Review CH bestehend aus dem Klinikverband H+ Die Spitäler der Schweiz, die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) und die Schweizerische Vereinigung der Pflegedienstleiterinnen und Pflegedienstleiter Swiss Nurse Leaders die Verbreitung interprofessioneller Peer Reviews basierend auf national verfügbaren Routinedaten. Sie empfiehlt den Schweizer Spitälern und Kliniken, sich freiwillig an IQM zu beteiligen und Peer Reviews als Qualitätssicherungsmaßnahme durchzuführen.

Fortbildung IQM Peer

Voraussetzung um IQM Peer zu werden ist die Mitgliedschaft des Krankenhauses/Spitals bei IQM sowie die Benennung des Peers durch das Fachausschussmitglied Peer Review des Mitgliedskrankenhauses. IQM Peers sind klinisch tätige Chefärzte bzw. ärztliche Leiter einer Abteilung mit Personalverantwortung und Pflegekräfte mit Leitungserfahrung. Alle IQM Peers werden nach dem Curriculum „ärztliches Peer Review“ der Bundesärztekammer geschult und absolvieren zwei Peer Reviews pro Jahr.