Nachhaltigkeit
Schätzungsweise 85 % der IQM-Mitgliedskrankenhäuser werden in den kommenden Jahren der Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung unterliegen oder berichten bereits. Als großes Netzwerk leistet IQM einen relevanten Beitrag zur Weiterentwicklung von Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen. Vor diesem Hintergrund hat die IQM-Mitgliederversammlung 2022 das Pilotprojekt Nachhaltigkeit beschlossen.
Ziel des Projekts ist es, eine datenbasierte, praxisnahe und belastbare Methodik für einen vergleichbaren Nachhaltigkeitsbenchmark im IQM-Netzwerk zu entwickeln. Dabei werden ökologische, soziale und unternehmerische Kriterien berücksichtigt.
Nach einem erfolgreichen Pretest Anfang 2025 wurden die Ergebnisse ausgewertet und die Datengrundlage gezielt weiterentwickelt. Für künftige Erhebungen stehen nun klar definierte Bezugsgrößen im Fokus: Belegungstage (operativ und konservativ), Mitarbeitenden-Vollzeitäquivalente (VZÄ) sowie die Bruttobetriebsfläche. Weniger aussagekräftige Parameter wie Bettenzahl, Fallzahlen und Umsatz wurden gestrichen. Gleichzeitig wurde die Auswertungslogik gestrafft, um die Vergleichbarkeit und praktische Nutzbarkeit der Ergebnisse zu erhöhen.
Weitere Informationen zum Vorgehen und zum aktuellen Arbeitsstand des Projekts unter Leitung von Christian Dreißigacker finden IQM-Mitglieder im Mitgliederbereich. Die nächste Datenerhebung startet im Juli 2026 (Datenjahr 2025). Interessierte Krankenhäuser sind eingeladen, sich am Pilotprojekt zu beteiligen und die Entwicklung eines gemeinsamen Nachhaltigkeitsbenchmarks aktiv mitzugestalten. >Anmeldung hier
Patientenperspektive
Wie kann IQM die Patientenerfahrungen in der Gesundheitsversorgung verbessern? Indem wir uns um die Dinge kümmern (Behandlungsprozesse, Information, Wartezeiten etc.), die mit Patientenzufriedenheit und mit Behandlungsergebnissen korrelieren.
Die Berücksichtigung der Patientenperspektive, insbesondere durch die Erfassung von Patient Reported Experience Measures (PREMs), ist von entscheidender Bedeutung für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Im von der Mitgliederversammlung beschlossenen Pilotprojekt bringt eine träger- und berufsgruppenübergreifend besetzte Arbeitsgruppe die Messbarmachung des Patientenerlebens voran. Das patientenberichtete Erleben erfasst mithilfe validierter Befragungsinstrumente eine objektive Abbildung der Prozessqualität.
Die Arbeitsgruppe Patientenperspektive unter Leitung von Dr. Deerberg-Wittram hat eine Auswahl verschiedener Instrumente zur PREM-Erhebung geprüft und bereitet derzeit eine Piloterhebung in ausgewählten IQM Mitgliedshäusern vor. Die Auswahl des Befragungsinstruments erfolgte dabei unter besonderer Berücksichtigung des Einbezugs von Patient:innen bei der Entwicklung, um die Patientenperspektive adäquat in der Methodik abzubilden.
PROM (Patient-Reported Outcome Measures)
Der Einsatz von Patient-Reported Outcome Measures (PROM) dient in erster Linie der stärkeren Patientenzentrierung in der Qualitätsmessung. Krankenhäuser geben ihren Patient:innen die Möglichkeit, ein direktes krankheitsbezogenes Feedback zurückzumelden. Wie ist es ihnen nach der Behandlung oder einem operativen Eingriff ergangen und wie hat sich über einen festgelegten Zeitraum ihr Gesundheitszustands verbessert.
Eine Bedarfsanalyse unter den IQM Mitgliedern hat 2019 gezeigt, dass ein Großteil der Krankenhäuser am Einsatz von PROM interessiert ist. IQM hat seither das Pilotprojekt unter freiwilliger Beteiligung von 170 Krankenhäusern aufgesetzt und unterstützt die Mitglieder bei der Auswahl geeigneter Instrumente zur Erfassung und Implementierung.
Risikoadjustierung
Ein Vergleich von Behandlungsergebnissen und medizinischen Leistungen in Krankenhäusern gewinnt zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt in den Medien. In diesem Zusammenhang muss jedoch auch diskutiert werden, wie viel solche Vergleiche tatsächlich über die Qualität eines Krankenhauses aussagen können und inwieweit die unterschiedliche Schwere der Erkrankung der behandelten Patient:innen bei den Vergleichen berücksichtigt werden muss und kann. IQM hat sich in seinem Pilotprojekt Risikoadjustierung der Frage zugewandt, mit welchem Effekt und Nutzen die bei IQM verwendeten Indikatoren einer weitergehenden Risikoadjustierung unterzogen werden können. Im Juni 2021 wurde eine Publikation in der Wissenschaftlichen Fachzeitschrift Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen (ZEFQ) unter dem Titel „Möglichkeiten und Grenzen der Risikoadjustierung von Qualitätsindikatoren aus Krankenhausabrechnungsdaten - ein Werkstattbericht“ veröffentlicht. Im Jahr 2023 wurde das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen und die Weiterentwicklung und Überprüfung der Risikomodelle in die regelhafte methodische Arbeit des Fachausschusses Indikatoren überführt.