Qualität messen

Die IQM Mitgliedskrankenhäuser haben sich auf gemeinsame Zielwerte geeinigt. Wird ein Referenzwert nicht erreicht, kann dies auf mögliche Qualitätsprobleme bei Behandlungsabläufen und –strukturen hinweisen. Daher dienen statistische Abweichungen von den Zielwerten als Aufgreifkriterium, um Peer Reviews durchzuführen.

Bei einem Peer Review erfolgt die Analyse der Behandlungsabläufe und –strukturen auf tatsächliches Verbesserungspotenzial vor Ort im Krankenhaus. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung.

Qualitätsindikatoren: Verbesserungspotential identifizieren

Die IQM Mitgliedskrankenhäuser nutzen Qualitätsindikatoren, die aus Routinedaten berechnet werden. Die Inpatient Quality Indicators (IQI) lassen sich aus den Abrechnungsdaten der Krankenhäuser (§21 KHEntgG Datensatz in Deutschland und BFS Datensatz der Schweiz) und den darin enthaltenen medizinischen Dokumentationsdaten (ICD‐10, OPS) ermitteln. 

Länderadaptierte Versionen liegen für Deutschland (G-IQI), die Schweiz (CH-IQI) und Österreich (A-IQI) vor. IQM nutzt die G-IQI sowie die CH-IQI für die krankheitsspezifische Abbildung des Leistungsgeschehens. Derzeit bilden sie in der aktuellen Version 5.2 über 380 Ergebnis-, Mengen- und Verfahrenskennzahlen zu mehr als 60 bedeutsamen Krankheitsbildern und Behandlungen ab.

Weiterentwicklung der Indikatoren

Voraussetzung für ein Qualitätsmanagement, das auf die kontinuierliche Verbesserung der medizinischen Ergebnis- und Behandlungsqualität abzielt, ist die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen. Hierzu dienen regelmäßige ergebnisorientierte, belastbare und aussagekräftige Qualitätsmessungen.

Die Arbeitsgruppe "Weiterentwicklung G-IQI" entwickelt die G-IQ/CH-IQI kontinuierlich unter Mitwirkung der IQM Mitglieder, Fachgesellschaften und dem Bundesamt für Gesundheit Schweiz weiter. Ein Formular zur Einreichung von Vorschlägen zur Neu- und Weiterentwicklung der Qualitätsindikatoren befindet sich im Mitgliederbereich. Das aktuelle Definitionshandbuch G-IQI Version 5.2 steht dort ebenfalls bereit.

 

Die G-IQI Version 5.2. mit den Bundesreferenzwerten für das Auswertungsjahr 2016 sowie frühere Versionen können bei der Technischen Universität Berlin eingesehen werden.

Die „Qualitätsindikatoren der Schweizer Akutspitäler“ werden vom Bundesamt für Gesundheit der Schweiz veröffentlicht.

Link-Elemente

Qualitätsmessung auf Basis von Routinedaten

Jede Leistung im Krankenhaus wird im Rahmen des DRG-Fallpauschalensystems fallbezogen kodiert und diagnostisch und prozedurenbezogen (ICD- und OPS-Codes) abgebildet. Die Qualitätsmessung über Indikatoren auf Basis von Routinedaten ist sehr effizient (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Krankenhäusern) und objektiv (leicht überprüfbar). Die Ergebnisse ermöglichen dem Krankenhaus, Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Neben den G-IQI werten die deutschen IQM Krankenhäuser zusätzlich die Patient Safety Indicators (PSI) aus. Angelehnt an die US-amerikanischen Indikatoren der Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ), werden diese Indikatoren in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein berechnet.

Sektorenübergreifende Qualitätsmessung (QSR)

QSR steht für Qualitätssicherung mit Routinedaten. IQM ist Kooperationspartner des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für das Verfahren der sektorenübergreifenden Qualitätsmessung. Der zentrale Vorteil von QSR gegenüber anderen Qualitätsmessungsverfahren besteht darin, dass auch Ereignisse im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt in die Messung einfließen (z.B. für Hüft- und Kniegelenkersatz ungeplante Folgeoperationen oder chirurgische Komplikationen innerhalb eines bestimmten Zeitraums). Im AOK Krankenhaus-Navigator werden QSR-Ergebnisse für die öffentliche Berichterstattung über die Qualität deutscher Krankenhäuser abgebildet.