Die stationäre Versorgungslast aufgrund psychischer Störungen und Erkrankungen in Deutschland ist hoch. Bislang besteht jedoch eine geringe Transparenz der Versorgungsqualität in psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäusern bzw. Krankenhausabteilungen.
Im Jahr 2018 wurde zur Vergütung von Krankenhausleistungen in der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ein pauschalierendes Entgeltsystem (PEPP) verpflichtend eingeführt. Dies hat dazu geführt, dass in den Abrechnungsdaten aus der psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhausversorgung detaillierte medizinische Informationen verfügbar sind. Eine bundesweite Vollerhebung dieser Daten steht für wissenschaftliche Auswertungen zur Verfügung.
In einem DFG-geförderten Kooperationsprojekt zwischen IQM und der Technischen Universität Berlin sollen die PEPP-Daten genutzt werden, um die Versorgungssituation in der psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhausversorgung zu beschreiben und zu bewerten. Das Ziel ist, auf dieser Grundlage Anhaltspunkte für mögliche Verbesserungen der Versorgung ableiten zu können. Dabei sollen auch Kennzahlen und Qualitätsindikatoren für das interne Qualitätsmanagement der psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäuser und Krankenhausabteilungen definiert werden, die sich ohne zusätzliche Dokumentationsaufwand mit den PEPP-Daten berechnen lassen.
Um die Projektziele zu erreichen sind wir auf die Mitwirkung von klinischen Expertinnen und Experten angewiesen. Hierzu soll eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden sowie Vertreterinnen und Vertretern der psycho- und spezialtherapeutischen und weiteren beteiligten Berufsgruppen aus den IQM-Mitgliedshäusern zusammensetzen soll. Expertinnen und Experten aus Einrichtungen, die nicht Mitglied bei IQM sind, sind ebenfalls herzlich willkommen.
In einer einstündigen Veranstaltung, die im Rahmen der virtuellen IQM-Anwenderwoche stattfindet, wird das Projekt ausführlich vorgestellt. Basierend auf einer Betrachtung der PEPP-Daten und der darin enthaltenen Informationen werden die Projektziele und das Arbeitsprogramm erläutert und mit den Teilnehmenden diskutiert. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich über das Projekt zu informieren und würden uns freuen, auf diesem Wege Expertinnen und Experten für eine Mitwirkung in unserer Arbeitsgruppe zu gewinnen.
Versorgungsqualität in der Psychiatrie und Psychosomatik: Projekt PEPPQ
Freitag, 06. November 2026 I 15:00 – 16:00 Uhr
Dr. Ulrike Nimptsch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Management im Gesundheitswesen, Technische Universität Berlin
Besonders geeignet für: alle, die sich für die Abbildung und Weiterentwicklung der Versorgungsqualität in Psychiatrie und Psychosomatik anhand von Kennzahlen und Indikatoren interessieren. → Anmeldung
Ansprechperson IQM:
Johanna Schmolinsky
internes(at)initiative-qualitaetsmedizin.de