IQM Initiative Qualitätsmedizin

„Die systematische Befassung mit dem Thema Qualitätssicherung in einer übergreifenden Plattform durch die Initiative Qualitätsmedizin ist sehr zu begrüßen“ Dr. med. Günther Jonitz,
Präsident der Ärztekammer Berlin

POA

present-on-admission

Die Unterscheidung von „im Krankenhaus erworbener“ gegenüber bereits „bei Aufnahme bestehender" Krankheitszustände ist bei ausgewählten Diagnosen, wie beispielsweise bei akuter respiratorischer Insuffizienz oder Dekubitus, für die Qualitätssicherung relevant. Die OECD hat Ihren Mitgliedern 2010 die Einführung von entsprechenden POA-Kennzeichen (present-on-admission) empfohlen, um das Potenzial von administrativen Routinedatenbeständen für die Qualitätsmessung sinnvoll zu nutzen.

Ziel

Das Zusatzkennzeichen „bei Aufnahme vorhanden" gegenüber „im Krankenhaus erworben“, sollte aus Sicht von IQM immer dann bei besonders gekennzeichneten Diagnosen im Krankenhaus verschlüsselt werden, wenn ein Auftreten der Diagnose nach Aufnahme für die Behandlungsqualität von Bedeutung ist. Die sektorenübergreifende Qualitätsanalyse würde ebenfalls erleichtert.

Status Quo

Bisher ist eine solche Unterscheidung in Deutschland mittels den bisher gültigen ICD-Katalogen nur bei Pneumonien möglich. Mittels Routinedaten kann daher, z.B. für die Beurteilung der Behandlungsqualität bisher nicht festgestellt werden, wie viele Patienten Dekubitus im Krankenhaus erworben haben.

Maßnahme

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) und IQM haben beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) wiederholt Vorschläge für die Zusatzkennzeichnung „bei Aufnahme im Krankenhaus vorhanden“ im ICD-Katalog eingereicht. Für den Fall, dass ein Auftreten der Diagnose „nach Aufnahme“ für die Behandlungsqualität von Bedeutung ist, können darüber wertvolle Information für die Zwecke der Qualitätsmessung und –verbesserung aus Routinedaten gewonnen werden.

Die bisherigen Vorschläge des Experten-Panels wurden im formalen Verfahren abgelehnt, da das Thema zunächst politisch entschieden werden müsse. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat den G-BA zwischenzeitlich beauftragt, das Thema POA zu bewerten.

Ausblick

Bei Umsetzung der beiden spezifizierten Änderungsvorschläge würde bei Dekubitus und kardigenem Schock eine entsprechend differenzierende Zusatzkennzeichnung wirksam. IQM wird sich auch weiter für die Aufnahme von POA als Zusatzkennzeichen im ICD-Katalog einsetzen. Aus Sicht von IQM ist es daher zu begrüßen, dass das externe QS-Verfahren bei Dekubitus ab 2013, wie vom AQUA-Institut vorgeschlagen, in der Auslösung und Nutzung zur Risikostatistik auf Routinedaten umgestellt wird. Der Dokumentationsaufwand verringert sich u.a. dadurch, dass bei Dekubitus-Patienten die meisten benötigten Daten bereits in den stationären Abrechnungsdaten der Krankenhäuser vorliegen. Der manuelle Erfassungsaufwand reduziert sich damit deutlich. Lediglich die Angaben zu "present on admission/bei Aufnahme vorhanden" (POA) bzw. "present on discharge/bei Entlassung vorhanden" (POD) müssen zunächst weiterhin zusätzlich dokumentiert werden. Gegebenenfalls kann die externe Qualitätssicherung bei Dekubitus ab 2014 komplet auf Routinedaten umgestellt werden, wenn auch POA über ein Zusatzkennzeichen in den DRG-Abrechungsdaten abgebildet wird.

Downloads:

Antrag_icd-poadekubitus-widoiqm.pdf

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Antrag_icd-poaschock-widoiqm.pdf

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