Indikatoren
Qualitätsindikatoren: Verbesserungspotential identifizieren
Voraussetzung für ein Qualitätsmanagement, das auf die kontinuierliche Verbesserung der medizinischen Ergebnis- und Behandlungsqualität abzielt, ist die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen. Dazu bedarf es regelmäßig ergebnisorientierter, belastbarer und aussagekräftiger Qualitätsmessungen. Die IQM-Mitgliedskliniken nutzen dazu die IQM-Version 2.1 der German Inpatient Quality Indicators (G-IQI). Die Mitglieder aus Österreich nutzen die A-IQI und die Mitglieder aus der Schweiz die CH-IQI. Die aktuelle Version der G-IQI beinhaltet 183 Ergebnis-, Mengen- und Verfahrenskennzahlen zu 48 bedeutsamen Krankheitsbildern und Behandlungen. Die G-IQI werden kontinuierlich weiterentwickelt. Derzeit decken die G-IQI rund 39 % der stationären Fälle im DRG-Bereich ab.
Qualitätsmessung auf Basis von Routinedaten
Das deutsche DRG-Fallpauschalensystem bietet die Möglichkeit, weitreichende Qualitätsinformationen aus den administrativen Routinedaten (Abrechnungsdaten) der Kliniken abzuleiten: Jede Leistung im Krankenhaus wird im Zuge der Abrechnung fallbezogen kodiert und diagnostisch und prozedurenbezogen (ICD- und OPS-Codes) abgebildet. Diese Routinedaten werden von den Kostenträgern überprüft, erfassen jeden behandelten Patienten und sind kurzfristig verfügbar. Die Qualitätsmessung über Qualitätsindikatoren auf Basis von Routinedaten bedeutet deshalb hohe Effizienz (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Kliniken) sowie Objektivität (leichte Überprüfbarkeit), und ermöglicht dem Krankenhaus, zeitnah Verbesserungspotentiale bei Qualitätsergebnissen sowie Behandlungsabläufen und -strukturen zu identifizieren. Neben den G-IQI werten alle teilnehmenden Krankenhäuser ihre Qualität zusätzlich mittels den Patient Safety Indicators (PSI), angelehnt an die US-amerikanischen Indikatoren der Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ), aus.
Grundlage zur aktiven Qualitätsverbesserung
Die IQM-Mitgliedskrankenhäuser haben sich bei über 40 Ergebnis- und Verfahrenskennzahlen trägerübergreifend auf gemeinsame Zielwerte geeinigt. Dies können statistische Erwartungswerte (Risikoadjustierung) oder Bundesreferenzwerte sein. Wird ein Zielwert nicht erreicht, kann dies auf mögliche Qualitätsprobleme bei Behandlungsabläufen und –strukturen hinweisen. Die G-IQI, A-IQI und CH-IQI bilden daher das Aufgreifkriterium zur Durchführung von Peer-Review-Vefahren. Bei einem Peer Review erfolgt die genaue Analyse der Behandlungsabläufe und –strukturen auf tatsächliche Schwachstellen vor Ort in der Klinik. Die Ergebnisse des Reviews bilden die Grundlage für aktive Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. Die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen kann das Krankenhaus mit den Indikatoren regelmäßig überprüfen.
Sektorenübergreifende Qualitätsmessung (QSR)
QSR steht für Qualitätssicherung mit Routinedaten. IQM ist Kooperationspartner des Wissenschaftlichen Insitiuts der AOK (WIdO) für das Verfahren der sektorenübergreifenden Qualitätsmessung. Die IQM-Kliniken beziehen jährlich den aktuellen AOK-QSR-Klinikbericht. Der zentrale Vorteil von QSR gegenüber traditionellen Qualitätsmessungsverfahren besteht darin, dass auch Ereignisse nach einem Krankenhausaufenthalt in die Messung einließen (z.B. für Hüft- und Kniegelenkersatz: u.a. ungeplante Folgeoperationen innerhalb eines Jahres, chirurgische Komplikationen innerhalb von 90 Tagen, Thrombose/Lungenembolie innerhalb von 90 Tagen und Todesfälle innerhalb von 90 Tagen nach OP). Im AOK Krankenhaus-Navigator werden QSR-Ergebnisse für die öffentliche Berichterstattung über die Qualität deutscher Kliniken abgebildet.
