MRSA
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
Ziel
Hygienequalität kann innerbetrieblich u.a. durch mehr Transparenz, Bewusstsein und Diskussion über die bisher erreichten Hygieneergebnisse gesteigert werden. Der Wissenschaftliche Beirat von IQM hat 2010 deshalb ein Experten-Panel mit der Zielstellung, geeignete MRSA-Qualitätsindikatoren zu entwickeln, einberufen. Beteiligte Fachexperten sind Prof. Dr. med. Thomas Mansky von der TU Berlin und Prof. Dr. med. Henning Rüden, beratender Krankenhaushygieniker der HELIOS Kliniken und ehemaliger Leiter des Nationalen Referenzzentrums für nosokomiale Infektionen.
Maßgeblich ist, dass die Qualitätsindikatoren aus vorhandenen administrativen Datenbeständen der Krankenhäuser, d.h. ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand für die in der Patientenversorgung Tätigen, berechnet werden können. Dies soll Krankenhäusern ermöglichen, MRSA-Probleme zeitnah zu quantifizieren und zu spezifizieren.
Status Quo
Derzeit sind MRSA-Erreger nicht separat als Diagnose gemäß gültigem ICD-10 Katalog kodierbar. Es kann auch nicht verschlüsselt werden, ob ein Patient den MRSA-Erreger von außen in das Krankenhaus mitgebracht oder diesen erst während des Krankenhausaufenthaltes erworben hat. Geeignete MRSA-Indikatoren aus Routinedaten könnten sinnvoll zur MRSA-Bekämpfung verwendet werden, um Anzahl, Quellen und Wege von MRSA-Infektionen im Krankenhaus differenziert, valide und ohne zusätzlichen Erfassungsaufwand zu identifizieren.
Maßnahmen
IQM hat im Februar 2011 beim zuständigen Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) vorgeschlagen, ab dem Jahr 2012 in den ICD-10 Katalog einen neuen separaten Kode für den Staphylococcus aureus mit Resistenzen gegen Oxacillin oder Methicillin (MRSA) einzuführen, um einerseits den MRSA-Erreger kodierbar zu machen und andererseits Kolonisation und behandlungsbedürftige Infektion, sowie den Erwerb des Erregers während oder vor dem aktuellen Krankenhausaufenthalt zu unterscheiden. Der Vorschlag wird unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.
Würde der Vorschlag von IQM Eingang in den ICD-10 Katalog 2012 finden, könnten die in den Krankenhäusern bereits heute vorhandenen und als Kodierhilfe eingesetzten Softwareprogramme dem Krankenhausmitarbeiter, bei Eingabe des Stichwortes „MRSA“, zusätzlich diese neuen Kodes anbieten.
Ausblick
Nach Aufnahme der von IQM beantragten ICD-Kodes und bei Einsatz entsprechender Indikatoren, wären die Krankenhäuser in Deutschland in der Lage, z.B. die MRSA-Kennzahl „Häufigkeit der MRSA-Infektionen, im Krankenhaus erworben“ regelmäßig und zeitnah zu messen und diese Informationen aktiv für die Verbesserung ihrer Hygiene zu nutzen. Es könnte dann auch sehr leicht untersucht werden, bei welchen Grunderkrankungen bzw. Operationen MRSA-Infektionen in den einzelnen Krankenhäusern bei Patienten auftreten. Problembewusstsein und Motivation zur 30-sekündigen Händedesinfektionen bei den in der Patientenversorgung Tätigen würde, bei breiter innerbetrieblicher Transparenz und Diskussion der Ergebnisse, weiter steigen und daher ein wichtiger Beitrag zur MRSA-Bekämpfung sein.
