IQM Initiative Qualitätsmedizin

„Das Review Team hat die Prozesse in meiner Abteilung objektiv durchleuchtet und mir sinnvolle Verbesserungs-
potenziale aufgezeigt. Der Ablauf unseres Reviews war sehr kollegial und hilfreich“
Prof. Dr. med.
Stephen Schröder,
Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Klinik am Eichert

PEER REVIEW

Behandlungsabläufe und Strukturen der Patienten-versorgung kontinuierlich verbessern

Das IQM Peer Review ist ein originär ärztliches und freiwilliges Qualitäts-sicherungsverfahren, das auf den kollegialen Austausch fokussiert ist. Die IQM Peer Reviews finden - bisher einmalig in Deutschland - interdisziplinär, interprofessionell und träger- und länderübergreifend statt. IQM Peer Reviews werden in Kliniken durchgeführt, die sich freiwillig für ein Peer Review mit eigenen Fragestellungen anmelden oder werden bei auffälligen Qualitätsergebnissen der IQI ausgewählt. Vor Ort erfolgt in einer Selbst- und Fremdbewertung die strukturierte Analyse der Behandlungsprozesse anhand ausgewählter Fälle. Mögliche Schwachstellen in den Abläufen, Strukturen und Schnittstellen werden geprüft und im kollegialen Dialog zwischen Chefärzten und Pflegefachpersonen der Klinik und des Peerteams erörtert. Die identifizierten Verbesserungspotentiale dienen anschließend als Diskussionsgrundlage zur Optimierung der medizinischen Behandlungs-qualität. Ziel ist es, einen kontinuierlichen internen Verbesserungsprozess und eine offene Lern- und Sicherheitskultur in den teilnehmenden Kliniken zu etablieren.

Die IQM Peer Reviews beruhen daher auf vier wesentlichen Grundsätzen:

  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Betroffene zu Beteiligten machen
  • Kollegiale Unterstützung auf Augenhöhe
  • Voneinander lernen

IQM Peers

Über 580 aktive ärztliche Peers und 150 Pflegepeers engagieren sich derzeit bei IQM. Ärztliche IQM Peers sind ausschließlich Chefärzte bzw. leitende Ärzte mit Abteilungs- und Personalverantwortung, die als anerkannte Fachexperten ihres jeweiligen Fachgebietes gleichzeitig auch mit den Abläufen in einer Klinik bestens vertraut sind. Wichtiges Kriterium für die Tätigkeit als Peer ist die Fähigkeit zum kollegialen Dialog mit dem Chefarzt und seinem Behandlungsteam der besuchten Abteilung. Seit 2016 ist in IQM Peer Reviews der Einbezug von Pflegepeers berücksichtigt. Pflegepeers sind ebenfalls ausschließlich Pflegefachkräfte mit einer personellen und/oder fachlichen Leitungsverantwortung, die aktiv an der Patientenversorgung beteiligt sind. Seit 2009 haben die IQM Peers 819 Peer Reviews in Krankenhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt. In 2018 sind 200 Peer Reviews geplant.

Ablauf

  1. Die Auswahl der Peer Reviews bei IQM erfolgt zentral und stützt sich auf die Ergebnisse der verwendeten Qualitätsindikatoren. Ein IQM Peer Review wird z.B. dann durchgeführt, wenn das gemessene Ergebnis deutlich über dem Referenzwert liegt. Für das Peer Review werden Behandlungsfälle ausgewählt, die zu dem auffälligen Qualitätsergebnis geführt haben.
  2. Zunächst erfolgt eine Selbstbewertung, die der vor Ort verantwortliche Chefarzt mit seinem Team anhand einer retrospektiven Behandlungsaktenanalyse durchführt.
    Anschließend untersuchen die Peers vor Ort die gleichen Behandlungsfälle konstruktiv-kritisch. Diese Aktenanalyse folgt einer klar festgelegten Vorgehensweise mit einheitlichen Analysekriterien.
  3. Die Aktenanalyse ist auf 16 Akten begrenzt und nimmt in der Regel vier Stunden in Anspruch.
  4. Die anschließende Falldiskussion zwischen den Peers und dem verantwortlichen Chefarzt und seiner Abteilung ist das Kernstück des Peer Reviews. Hierfür sind noch einmal drei bis vier Stunden einzuplanen. Diese Diskussion auf Augenhöhe bringt den größten Nutzen für die besuchte Klinik. Ihr Verlauf entscheidet über die Akzeptanz und Wirksamkeit des Verfahrens. Ergebnisse des Reviews sind identifizierte Qualitätsprobleme sowie konkrete Lösungsvorschläge zu deren Vermeidung. Lösungsvorschläge beziehen sich in erster Linie auf interdisziplinäre Schnittstellen, Standards, Leitlinien, Dokumentation und Abläufe.
  5. Die Ergebnisse werden abschließend gemeinsam mit dem Ärztlichen Direktor und dem Geschäftsführer besprochen.
  6. Die Verantwortung für die Umsetzung der Lösungsvorschläge liegt beim Chefarzt vor Ort. Die Unterstützung und Kontrolle der Umsetzung obliegt dem Ärztlichen Direktor und der Geschäftsführung des jeweiligen Krankenhauses.

Unterstützung durch die Bundesärztekammer

Die Bundesärztekammer hat das IQM Peer Review Verfahren von Anfang an mit eigenen Experten begleitet. Nach erfolgter Evaluation des Verfahrens hat die Bundesärztekammer 2011 das Fortbildungscurriculum "Ärztliches Peer Review" eingeführt. Jeder IQM Peer erhält für die komplette Teilnahme an der Fortbildung 32 CME-Punkte (Schulung und zwei Trainingseinsätze). Zusätzliche CME-Punkte werden dann für jede Teilnahme an einem Peer Review vergeben.

Kurzfilm IQM Peer Review Verfahren

Die Spitäler der Schweiz H+ stellen den Einsatz des IQM Peer Reviews in einem Kurzfilm vor: http://www.2015.hplus.ch/de/2015/qualitaet_im_fokus/iqm_peer_review/