IQM Initiative Qualitätsmedizin

„Routinedaten sind ein Königsweg der medizinischen Qualitätssicherung“ Prof. Dr. med. Dr. h .c.
Peter C. Scriba,
Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates bei IQM

Mut zu Transparenz und Qualitätswettbewerb

Die Mitglieder der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) veröffentlichen ihre Qualitätsergebnisse für alle zugänglich via Internet. IQM geht damit weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und bieten zusätzliche Informationen über Sterblichkeit, Komplikationsraten und angewandte Verfahren. Mit dem Positionspapier „Impulse für mehr Qualität in der Medizin“ zeigt IQM in der laufenden Diskussion Möglichkeiten auf, wie Qualitätsverbesserungen für die Patienten erreicht werden können.

Die Kliniken der trägerübergreifenden Initiative Qualitätsmedizin (IQM) veröffentlichen erstmalig ihre medizinischen Qualitätsergebnisse auf der gemeinsamen Internet-Plattform. Dazu wurden für 84 Kliniken die Daten aller ihrer rund 1,36 Millionen stationären Behandlungsfälle aus dem Jahr 2008 ausgewertet. IQM zeigt damit, dass die Messung medizinischer Qualität auf Basis von Routinedaten ein praxistaugliches Verfahren ist.

Bei allen Krankheitsbildern, bei denen zum IQM-Qualitätsindikator „Krankenhaussterblichkeit“ Vergleichszahlen des Statistischen Bundesamtes auswertbar vorliegen, erzielen die IQM-Kliniken im Trend sehr gute Behandlungsergebnisse. Beim Qualitätsindikator „Todesfälle bei Hauptdiagnose Herzinfarkt“ beispielsweise beträgt der Ist-Wert der 84 IQM-Kliniken lediglich 8,99% gegenüber einem Anteil von 10,35% Todesfällen, die nach dem Bundesdurchschnitt aller Krankenhäuser für die im Jahr 2008 in den 84 Kliniken behandelten Patienten – auch unter Beachtung ihrer spezifischen Alters- und Geschlechterverteilung - zu erwarten gewesen wären.

Zeitnah zu IQM veröffentlichen erste Mitglieder der Initiative ihre Einzelergebnisse für 2008 im Internet. So das Klinikum St. Elisabeth Straubing, die HELIOS Kliniken Gruppe, die SRH Kliniken und die Kliniken der Gesundheit Nordhessen Holding. Sie vergleichen diese zur Orientierung mit dem IQM-Durchschnittswert. In Kürze folgt das Universitätsklinikum Dresden mit einer Veröffentlichung. Im Frühjahr 2010 werden alle an der Initiative beteiligten Kliniken, gemäß ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung ihre Einzelergebnisse auf der Internet-Plattform veröffentlichen. Damit bietet IQM-Patienten, Angehörigen, einweisenden Ärzten und Krankenkassen eine aktuelle, leicht zugängliche, valide und verständliche Entscheidungshilfe für die Auswahl eines Krankenhauses. „Für die Patienten zählt am Ende vor allem die Frage: Ist das ein gutes oder ein weniger gutes Krankenhaus? Transparenz der Qualitätsergebnisse ist Voraussetzung für einen solchen Vergleich im Wettbewerb um die bestmögliche Qualität“, sagt Dr. Francesco De Meo, Präsident des Vorstandes der Initiative und fügt hinzu, dass bei Gründung von IQM im August 2008 die „bestmögliche medizinische Behandlungsqualität im Sinne und für alle Patienten das Ziel der trägerübegreifenden Initiative war“.

Mit dem aktuell veröffentlichten Positionspapier „Impulse für mehr Qualität in der Medizin“ zeigt IQM die weiteren Verbesserungsmöglichkeiten auf, von denen Patienten, Krankenhäuser sowie auch alle an der Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung interessierten weiteren Akteure profitieren könnten. „Wir kommen aus der Praxis und haben mit Routinedaten, einer offenen Fehlerkultur und dem Peer Review Verfahren zur Qualitätsverbesserung in der Vergangenheit einige Erfahrungen gesammelt, die wir nun konkret mit in die Diskussion zur Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung einbringen können“, so De Meo.

Zu den Gründungsinitiatoren von IQM gehören die HELIOS Kliniken, die Johanniter, die Medizinische Hochschule Hannover, die Malteser, die SRH Kliniken, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der TU Dresden, die Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken und das Universitätsspital Basel, die Charité - Universitätsmedizin Berlin, die DAMP Gruppe, die Gesundheit Nordhessen Holding, das Klinikum Saarbrücken, das Klinikum St. Elisabeth Straubing und das Klinikum der Universität München (LMU).

Presseanfragen:
Christian Rohn, Geschäftsführer
Telefon: +49 30 34 661 - 051
christian.rohn@initiative-qualitaetsmedizin.de