IQM Initiative Qualitätsmedizin

„Qualitätsmanagement mit Routinedaten bedeutet eine echte Entlastung für die Ärzte. Sicher liegt hierin auch der Grund, dass bereits zum Start der Initiative Qualitätsmedizin so viele Klinikträger und Krankenhäuser dabei sind“ Prof. Dr. med. Dr. h.c.
Axel Ekkernkamp,
Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer Unfallkrankenhaus Berlin

2. IQM-Anwendertreffen im Zeichen des Peer Review Verfahrens

Über 140 medizinische Fachexperten aus IQM-Mitgliedskrankenhäusern haben das gestrige IQM-Anwendertreffen als Plattform zum Erfahrungsaustausch über ihre diesjährigen Schritte auf dem Weg zu mehr Qualität in der Medizin genutzt. Die Teilnahme von Vertretern interessierter Krankenhäuser, der Ärztekammern, des AQUA-Instituts, der Deutschen Krankenhausgesellschaft sowie Krankenkassen ist Ausdruck des steigenden Interesses wesentlicher Akteure des deutschen Gesundheitswesens an der Qualitätsmedizin von IQM.

Zu Beginn des diesjährigen Treffens wurden neu entwickelte Indikatoren vorgestellt. „Mit den Ergebnissen der IQM-Qualitätsindikatoren identifizieren wir mittels Routinedaten seit vergangenem Jahr Bereiche in unserem Krankenhaus, bei denen unsere Prozesse und Strukturen Verbesserungspotentiale aufweisen“, sagt Dr. Walter Schlittenhardt, Chefarzt aus der Helfenstein Klinik Geislingen. Ab 2011 können durch Einbezug weiterer Krankheitsbilder und Verfahren, wie Operationen am Herzen und der Lunge, bei den IQM-Mitgliedskrankenhäusern zusätzliche Qualitätsergebnisse dafür genutzt werden. Neben weiteren 23 Indikatoren zur Patientensicherheit (PSI AHRQ), überprüfen die IQM-Mitgliedskrankenhäuser ihre medizinischen Langzeitergebnisse sektorenübergreifend mit den AOK-QSR Indikatoren. Die Weiterentwicklung dieser Indikatoren war gestern Thema des Vortrags vom zuständigen Forschungsbereichsleiter des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO).

Nach der ersten gemeinsamen Ergebnisveröffentlichung im Internet - dem Signal aktiv an weiteren Qualitätsverbesserungen zu arbeiten - hat die Einführung des Peer Review Verfahrens dieses Jahr die gemeinsame Qualitätsarbeit bei IQM geprägt. Peer Review Verfahren werden bei auffälligen Qualitätsergebnissen durchgeführt, um mögliche Schwachstellen bei Behandlungsabläufen und –strukturen aufzudecken und zu beseitigen. Das IQM-Peer Review Verfahren zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Peers, die den vor Ort tätigen Chefarzt kollegial unterstützen, selbst Chefärzte aus anderen Mitgliedskrankenhäusern sind. Grundlage dieser konstruktiv-kritischen Beratungen sind retrospektive Aktenanalysen konkreter Behandlungsfälle. Dieses Jahr wurden bei IQM die ersten 21 Peer Review Verfahren durchgeführt. Prof. Dr. Giesbert Knichwitz, Chefarzt des Malteser Krankenhauses Bonn/Rhein-Sieg und einer der vier gestrigen Referenten zum Thema konnte mit seinem Team bereits profitieren: „Beeindruckt hat mich die offene Diskussionskultur. Ich empfand die praktischen Lösungsvorschläge als echten Beitrag für weitere Qualitätsverbesserungen in meiner Abteilung.“

Pünktlich zum IQM-Anwendertreffen ist Ende September auch das erste IQM-Jahrbuch mit dem Titel „Jahrbuch Qualitätsmedizin 2010“ erschienen. Es dokumentiert die Grundsätze des aktiven Fehlermanagements von IQM, das weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht.

In diesem Jahr haben sich bereits zehn weitere Krankenhäuser, darunter drei Universitätsklinika aus Deutschland und der Schweiz, für eine Mitgliedschaft bei IQM entschieden. Gestern gaben die ELBLANDKLINIKEN, größte kommunale Krankenhausgruppe in Sachsen, ihre Teilnahme bekannt. In den insgesamt 126 Krankenhäusern versorgen die Mitglieder der Initiative Qualitätsmedizin jährlich rund 1,92 Mio. Patienten stationär. Für Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei über 10%.

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Christian Rohn, Geschäftsführer
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