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Konsequent transparent – Qualität über Grenzen hinweg

Konsequent transparent – Qualität über Grenzen hinweg

  • IQM-Kliniken veröffentlichen erstmals Langzeitergebnisse medizinischer Behandlungen 
  • IQM-Kliniken machen freiwillig vor, was in Nachbarländern bereits nationaler Standard ist

Berlin, 21.05.2013

Krankenhäuser der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) aus Deutschland und der Schweiz legen heute ihre 2012er Qualitätsergebnisse im Internet offen. Mit den G-IQI (German Inpatient Quality Indicators) und CH-IQI (Swiss Inpatient Quality Indicators) zeigen diese Kliniken, wie erfolgreich sie ihre Patienten bei wichtigen Krankheiten, etwa beim Schlaganfall, behandelt haben. Berechnungsgrundlage der Ergebnisse sind die DRG-Routinedaten (Abrechnungsdaten) dieser Krankenhäuser. Sie enthalten medizinische Informationen zu 100 % der rund 3,4 Millionen stationär versorgten Patienten. Die verwendeten Daten sind damit, im Gegensatz zum gesetzlichen Verfahren, nicht nur vollständig, sie sind auch verlässlich, weil sie von den Krankenkassen genau überprüft werden. „Verlässliche Informationen entscheiden über die Qualität der Versorgung. Schwachstellen können konsequenter aufgedeckt und beseitigt werden. So profitieren die Patienten davon, dass sich uns immer mehr Häuser freiwillig anschließen“ erläutert IQM-Vorstand Prof. Dr. Axel Ekkernkamp. „Unser System der Qualitätsmessung mit Routinedaten ist in der Schweiz und in Österreich mittlerweile nationaler Standard, auch wenn es zuerst von und für deutsche Krankenhäuser entwickelt wurde. Deswegen hoffe ich, dass auch in Deutschland Routinedaten verstärkt von der externen Qualitätssicherung genutzt werden, auch um auf nationaler Ebene für alle Krankenhausärzte den Dokumentationsaufwand zu verringern.“
Erstmals veröffentlichen die IQM-Mitgliedshäuser heute auch Langzeitergebnisse ihrer medizinischen Behandlungen. Am Beispiel der Patienten mit Kniegelenkersatz durch Implantation einer Knieprothese wird deutlich, dass die Qualitätsmessung eben nicht nur den Zeitraum des stationären Aufenthalts beinhalten darf. „Schließlich soll der Patient möglichst lang gut mit dem OP-Ergebnis klarkommen“ so Ekkernkamp. „Bei IQM verwenden wir die QSR-Klinikberichte, um die Behandlungsverläufe unserer Patienten auch sektorenübergreifend auszuwerten.“ Die Abkürzung QSR steht für „Qualitätssicherung mit Routinedaten“. Das zukunftsweisende an diesem Verfahren ist, dass sich damit Komplikationsraten messen lassen, wobei der Eintritt der Komplikation bis zu 365 Tage nach dem Eingriff liegen kann. „Wenn sich nach der OP das Operationsgebiet entzündet oder die Prothese lockert, kann unter Umständen ein erneuter Eingriff notwendig sein“, erklärt Ekkernkamp. „Ist ein Krankenhaus bei diesem Indikator auffällig, weil überdurchschnittlich viele Patienten innerhalb eines Jahres von solchen Revisions-OPs betroffen sind, dann können wir das mit den QSR-Indikatoren erkennen. Für die Zukunft plädiere ich dafür, dass uns Krankenhäusern neben der AOK, die das QSR-Verfahren für ihre Versicherten ermöglicht, alle Krankenkassen diese wertvollen Informationen anbieten und der Gesetzgeber dies aktiv unterstützt.“
Bei auffälligen Ergebnissen führt IQM dieses Jahr 69 Peer-Review-Verfahren zur Unterstützung seiner Mitgliedshäuser durch. Ziel ist die Behandlungsprozesse und –strukturen interdisziplinär zu verbessern. Dazu besuchen sich die Chefärzte der 251 IQM-Mitgliedshäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz träger- und länderübergreifend. „Das voneinander Lernen klappt hervorragend, da offen und kontrovers diskutiert wird, um Verbesserungen anzustoßen“ so Ekkernkamp.

Link zu den veröffentlichten G-IQI und QSR-Gesamtergebnissen:
http://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/qualitatsmethodik/qualitatsergebnisse/

Liste der IQM-Mitgliedskrankenhäuser mit Zugang zu den dort veröffentlichten Ergebnissen:
http://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/wir-uber-uns/mitgliedskliniken/?view=list

Pressestimmen zu IQM:
http://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/presse/pressestimmen/

 

Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM)
Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammen geschlossen. Die trägerübergreifende Initiative mit Sitz in Berlin ist offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Vorhandenes Verbesserungspotenzial in der Medizin sichtbar zu machen und zum Wohle der Patienten durch aktives Fehlermanagement zu heben, ist das Ziel von IQM. Dafür stellt IQM den medizinischen Fachexperten aus den teilnehmenden Krankenhäusern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verfügung. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer-Review-Verfahren. In derzeit über 250 Krankenhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz versorgen die IQM-Mitglieder jährlich rund 4 Mio. Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei rund 19 %, in Österreich bei 15 % und in der Schweiz bei ca. 16 %.

 

Kontakt:

IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
Friedrichstraße 166
D-10117 Berlin
www.initiative-qualitaetsmedizin.de

Presseanfragen
Christian Rohn
Fon: +49 30/346610-51
Fax: +49 30/346610-83
christian.rohn@initiative-qualitaetsmedizin.de