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Konsequent transparent – Ergebnisqualität mit Routinedaten

Konsequent transparent – Ergebnisqualität mit Routinedaten

  • IQM bildet mit Routinedaten knapp die Hälfte aller vollstationären Fälle in den Kliniken ab
  • IQM führt dieses Jahr 98 Peer Review Verfahren in den Kliniken durch

Berlin, 22.05.2014

Über 200 Krankenhäuser der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) veröffentlichen heute ihre Qualitätsergebnisse des Jahres 2013 im Internet. Grundlage für die Ergebnisveröffentlichung bei IQM sind DRG-Routinedaten von ca. 4 Millionen stationären Behandlungsfällen. Das ist knapp jeder fünfte in Deutschland behandelte Patient. IQM nutzt zur einrichtungsübergreifenden Messung der Ergebnisqualität die German Inpatient Quality Indicators (G-IQI) Version 4.0, den zur Zeit umfassendsten Indikatorensatz zur Messung und Verbesserung von Behandlungsergebnissen. Die G-IQI bilden rund 250 Kennzahlen mit 45 Zielwerten zu 50 wesentlichen Krankheitsbildern und Verfahren ab. Die Auswertung der IQM-Gruppe erfasst damit knapp die Hälfte der vollstationären Krankenhausleistungen in den Kliniken. „Der Abdeckungsgrad ist beeindruckend und informiert in allen wesentlichen Bereichen über Qualität, Menge und Sicherheit der Behandlung in den Kliniken”, erklärt Dr. Francesco De Meo, Präsident des IQM-Vorstandes. Die G-IQI wurden speziell für die Messung mittels Routinedaten auf Grundlage der DRG (Diagnosis Related Groups) entwickelt. „Wir haben uns bei IQM von Anfang an entschieden, mit Routinedaten zu arbeiten. Unsere Kliniken haben keinen zusätzlichen Dokumentationsaufwand, das spart Zeit, die der Patientenversorgung zu Gute kommt”, erläutert De Meo. „Die Abrechnungsdaten der Krankenhäuser sind die vollständigsten und am Ende verlässlichsten Daten hierzulande, da sie auch von den Krankenkassen genau geprüft werden. Sie werden künftig wohl in Deutschland – wie derzeit schon in Österreich und in der Schweiz – einen größeren Anwendungsbereich auch im Rahmen der gesetzlichen Qualitätssicherung finden.”

Patientinnen und Patienten wünschen sich mehr Tranparenz, wenn es um die Qualität der medizinischen Versorgung geht. Deshalb veröffentlichen die IQM-Kliniken die Qualitätsergebnisse aus Routinedaten im Internet und gehen damit weit über das gesetzlich Geforderte hinaus. „Wir veröffentlichen die Ergebnisse, um die Qualität der Behandlung in den IQM-Kliniken für jeden offenzulegen. Der durchschnittliche Erreichungsgrad der 45 Zielwertindikatoren unserer Mitgliedskliniken liegt bei ca. 80 %. Unsere Kliniken sind damit in 8 von 10 Fällen besser als der Bundesdurchschnitt. Das kann sich sehen lassen”, so De Meo. „Diesen konstant hohen Wert halten wir über Jahre hinweg, weil wir uns konsequent um die Qualitätsverbesserung kümmern. Es geht uns um eine nachweislich langfristige Qualitätsverbesserung.” Die G-IQI helfen den IQM-Kliniken Verbesserungpotentiale in den Behandlungsabläufen anhand auffälliger Ergebniswerte zu erkennen und mit Hilfe von ergebnsiorientierten Prozessanalysen, insbesondere dem IQM Peer Review Verfahren, zu optimieren. „Mit dem IQM Peer Review Verfahren haben wir ein einzigartiges Instrument der freiwilligen ärztlichen Qualitätssicherung etabliert. Es fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie eine offene Fehlerkultur, das schafft Patientensicherheit”, erläutert De Meo. IQM hat in den vergangenen vier Jahren insgesamt 200 Peer Review Verfahren durchgeführt. Dieses Jahr sind weitere 98 Verfahren geplant. „Diesen deutlichen Anstieg haben wir unseren mittlerweile 280 IQM-Peers zu verdanken”, so De Meo. „Peers sind bei IQM klinisch tätige Chefärzte, die für das Peer Review zusätzlich ausgebildet wurden, und die viel Zeit und Engagement investieren, um über das IQM Peer Review Verfahren eine permanente Qualitätsverbesserung sicherzustellen.”

Das Peer Review Verfahren bei IQM ist ein unbürokratisches, auf kollegialen Austausch fokussiertes Instrument der Qualitätssicherung. Chefärzte analysieren anhand von Fallakten verstorbener Patienten, systematisch Prozesse und Strukturen auf mögliches Optimierungspotential. Kernstück des Verfahrens ist die kollegiale Falldiskussion auf Augenhöhe zwischen Peerteam und dem verantwortlichen Chefarzt der besuchten Klinik sowie die Erörterung und Definition nachhaltig erreichbarer Verbesserungsmaßnahmen. Alle IQM-Peers werden nach dem Curriculum „Ärztliches Peer Review“ der Bundesärztekammer geschult, das die Bundesärztekammer auf Basis der langjährigen IQM-Erfahrungen in 2011 gemeinsam mit IQM entwickelt und seither kontinuierlich ausgebaut hat.

 

Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM)
Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammengeschlossen. Die trägerübergreifende Initiative mit Sitz in Berlin ist offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland, Schweiz und Österreich. Vorhandenes Verbesserungspotenzial in der Medizin sichtbar zu machen und zum Wohle der Patienten durch aktives Fehlermanagement zu heben, ist das Ziel von IQM. Dafür stellt IQM den medizinischen Fachexperten aus den teilnehmenden Krankenhäusern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verfügung. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer Review Verfahren. In über 260 Krankenhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz versorgen die IQM-Mitglieder jährlich rund 4 Mio. Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei ca. 19 %, in Österreich bei 15 % und in der Schweiz bei rund 16 %.

 

Kontakt:
IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
Friedrichstraße 166, 10117 Berlin

Mirja Kruthoff
Referat Transparenz
Tel.: +49 30 25 811 617
E-Mail: mirja.kruthoff@initiative-qualitaetsmedizin.de