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IQM veröffentlicht Ergebnisse seiner Krankenhaus Peer-Reviews

IQM veröffentlicht Ergebnisse seiner Krankenhaus Peer-Reviews

  • Peers analysierten Behandlungsqualität anhand von 2.140 stationären Krankenhausfällen
  • Brennpunkte: Mikrobiologie, Antibiotikatherapie, Leitlinienumsetzung und interdisziplinäre Zusammenarbeit 
  • Alle Kliniken können von den daraus abgeleiteten Empfehlungen profitieren

Berlin, 29.01.2013

Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) hat heute Ergebnisse ihrer trägerübergreifenden Peer-Review-Verfahren zur Qualitätsverbesserung im Internet veröffentlicht: Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Peer-Reviews ableiten? (PD. Dr. med. Maria Eberlein-Gonska und Dr. med. Oda Rink). In diesem Beitrag aus dem Jahrbuch Qualitätsmedizin 2012 beschreiben die Autorinnen besonders patientenrelevante Brennpunkte aus dem klinischen Alltag vieler Krankenhäuser. Sie geben aber auch ganz konkreten Empfehlungen zur Verbesserung der medizinischen Behandlungsprozesse bei Lungenentzündung und Raucherlunge, Herzinfarkt/Herzinsuffizienz, Hirninfarkt, Beatmung >24 h, Kolonresektionen und hüftgelenksnahen Frakturen.
„Alle Kliniken können ihre Behandlungsabläufe jetzt auf diese typischen Schwachstellen hin überprüfen, die wir in fast allen besuchten Kliniken gefunden haben und damit etwas für ihre Patienten tun“, erläutert Dr. Oda Rink, Leiterin des IQM-Fachausschusses Peer Review.
Zu den Ergebnissen:
Auffällig ist, dass in 35 von 42 der im Jahr 2011 von Peers besuchten IQM-Mitgliedskrankenhäusern das Thema Mikrobiologie und Antibiotikatherapie als Schwachstelle identifiziert wurde. „Hier sollte jede Klinik ihre Standards zur mikrobiologischen Diagnostik und Antibiotikatherapie überprüfen. Dies betrifft auch die Sepsistherapie, die in allen Fachbereichen verbesserungsfähig erscheint.“ so PD Dr. Maria Eberlein-Gonska vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden und Mitglied der IQM-Lenkungsgruppe Peer-Review. In den konservativen Fächern waren zudem häufig die Leitlinienumsetzung und die Schnittstellen Notfallambulanz ? Diagnostik ? Intensivabteilung/IMC verbesserungswürdig. „Wir möchten hierzu allen Kliniken die Überprüfung der an den Leitlinien orientierten Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie unter Einbeziehung der verschiedenen Fachdisziplinen empfehlen“, so Eberlein-Gonska. Bei den chirurgischen Themen ist zusätzlich oft das interdisziplinäre Miteinander eine Hürde, und zwar sowohl bei der Inanspruchnahme von Unterstützung aus anderen Fachgebieten wie Innere, Intensiv und Geriatrie, als auch der frühzeitigen chirurgischen Therapie bei Notfällen aus anderen Abteilungen. Rink: „Hier sollte die zeitnahe Konsiliartätigkeit sichergestellt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit noch stärker standardisiert werden.“
Zum Hintergrund:
Im Jahr 2012 hat IQM Peer-Review-Verfahren in 69 Krankenhäusern durchgeführt (2011: 42). Dazu haben die chefärztlichen Peers seit 2011 die medizinische Behandlungsqualität von 2.140 stationären Behandlungsfällen anhand retrospektiver Fallaktenanalysen analysiert. Anschließend wurden die Ergebnisse mit den 111 besuchten Chefärzten kollegial-kritisch diskutiert, um geeignete Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung festzulegen. Aus der nachträglichen, systematischen Analyse aller Ergebnisprotokolle der 42 Peer-Review-Verfahren des Jahres 2011 hat IQM die heute veröffentlichen Empfehlungen abgeleitet. Derzeit sind rund 250 Chefärzte als Peers bei IQM trägerübergreifend im Einsatz.

 

Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM)
Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammen geschlossen. Die trägerübergreifende Initiative mit Sitz in Berlin ist offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vorhandenes Verbesserungspotenzial in der Medizin sichtbar zu machen und zum Wohle der Patienten durch aktives Fehlermanagement zu heben, ist das Ziel von IQM. Dafür stellt IQM den medizinischen Fachexperten aus den teilnehmenden Krankenhäusern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verfügung. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Indikatoren aus Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse im Internet und die Durchführung von Peer-Review-Verfahren zur Qualitätsverbesserung. In über 230 freiwillig teilnehmenden Krankenhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz versorgen die IQM-Mitglieder jährlich rund 3,85 Mio. Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei rund 18,5 %, in Österreich bei 15 % und in der Schweiz bei ca. 12 %.

 

Kontakt:
IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
Friedrichstraße 166, 10117 Berlin

Christian Rohn
Geschäftsführer
Tel.: +49 30 346610-51
E-Mail: christian.rohn@initiative-qualitaetsmedizin.de

Anita Budic
Referentin
Tel.: +49 30 346610-84
E-Mail: anita.budic@initiative-qualitaetsmedizin.de