IQM Initiative Qualitätsmedizin

„Routinedaten sind ein Königsweg der medizinischen Qualitätssicherung“ Prof. Dr. med. Dr. h .c.
Peter C. Scriba,
Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates bei IQM

Innovationsausschuss des G-BA fördert IMPRESS Studie

Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert innovative Studie zur Überprüfung der Effektivität von Peer Reviews

Unter dem Namen IMPRESS (Effektivität des IQM Peer Review Verfahrens zur Verbesserung der Ergebnisqualität – eine pragmatische cluster-randomisierte kontrollierte Studie) werden das Wissenschaftsteam um Prof. Dr. Jochen Schmitt, Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, und der Wissenschaftliche Beirat der Initiative Qualitätsmedizin überprüfen, ob sich die Ergebnisqualität medizinischer Behandlung durch Peer Reviews in Verbindung mit der transparenten Darstellung von Qualitätsergebnissen verbessert. Beobachtungsstudien, die sich mit dem Effekt der Peer Reviews als Maßnahme der Qualitätsverbesserung beschäftigten, legen einen solchen Zusammenhang nahe. Derzeit fehlt es noch an kontrollierten Untersuchungen, die geeignet wären, eine Kausalität nachzuweisen. Das Interesse und der Bedarf, die Wirksamkeit der Peer Reviews zu belegen, sind jedoch besonders groß, da es sich um ein aufwendiges Verfahren handelt. Daher empfehlen der IQM Vorstand und der Wissenschaftliche Beirat den IQM Mitgliedskliniken ausdrücklich, teilzunehmen. Selbstverständlich ist die Teilnahme der IQM Kliniken an der Studie freiwillig.

Die Studie in Kürze

Ziel

IMPRESS analysiert einen möglicherweise kausalen Effekt der IQM Peer Reviews in Kliniken mit statistisch auffälligen Mortalitätsraten bei Patienten mit einer Beatmungszeit länger als 24 Stunden. Die Studie möchte darüber hinaus Grundlagen für die inhaltliche und organisatorische Optimierung von Peer Reviews schaffen und die Versorgungsqualität und Versorgungseffizienz evidenzgeleitet steigern.

Teilnehmer

60 IQM Mitgliedskliniken mit den höchsten Mortalitätsraten für Patienten mit einer Beatmungszeit länger als 24 Stunden im Jahr 2016 werden nach Patientenzahl und Trägerschaft randomisiert und zufällig der Interventions- und Kontrollgruppe zugeordnet.

Studiendesign

In den 30 Kliniken der Interventionsgruppe finden die IQM Peer Reviews statt, in den 30 Kliniken der Kontrollgruppe nicht. Als Datenbasis dienen Klinikdaten gemäß § 21 KHEntgG, Befragungsdaten zu Strukturqualität, Versorgungsprozessen und Änderung von Versorgungsprozessen bzgl. beatmeter Patienten sowie zusätzliche Primärdaten aus Peer Reviews. Die übrigen teilnehmenden Kliniken, die nicht in die Interventionsstudie eingebunden wurden, werden in die parallel laufende Beobachtungsstudie eingeschlossen. Die in diesem Zusammenhang stehenden Hypothesen sind, dass die Mortalität von Beatmungspatienten in Kliniken, in denen der Qualitätsindikator dargestellt und ein Peer Review durchgeführt wurde, im Vergleich zu Kliniken, in denen nur eine Darstellung des Qualitätsindikators erfolgte, (stärker) sinkt.

Weitere Informationen

Dr. Claudia Winklmair, IQM Geschäftsstelle (Tel. 030/34661051; E-Mail: claudia.winklmair@initiative-qualitaetsmedizin.de)

Prof. Jochen Schmitt, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden (Tel. 0351/4586495; E-Mail: jochen.schmitt@uniklinikum-dresden.de)