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3. QMR-Kongress bestätigt: Zweitnutzung von Routinedaten sinnvoll

3. QMR-Kongress bestätigt: Zweitnutzung von Routinedaten sinnvoll

  • Externe Qualitätssicherung im Krankenhaus: Verwendung vorhandener Routinedaten - für mehr Qualität und weniger bürokratischen Aufwand in der Medizin
  • Sektorenübergreifende Qualitätssicherung mit Routinedaten: Umsetzung bereits im Rahmen der laufenden Gesetzgebung möglich

Berlin, 21.09.2011

Anlässlich des 3. QMR-Kongresses (Qualitätsmessung und Qualitätsmanagement mit Routinedaten) in Potsdam bestätigten Vertreter verschiedener IQM-Mitgliedskrankenhäuser vor über 250 teilnehmenden Gästen, dass sich die externe Qualitätssicherung in Deutschland mittels Routinedaten sinnvoll weiterentwickeln ließe. Das Argument: Bei deutlich geringerem Erfassungsaufwand können medizinische Qualitätsergebnisse durch Zweitnutzung der Routinedaten verlässlicher, vollständiger und überprüfbarer als bisher ausgewertet und zum Anlass für Qualitätsverbesserungen genommen werden. Dr. Francesco De Meo, Präsident des IQM-Vorstandes, dazu: „Routinedaten sollten Erfassungsdaten so weit wie möglich ersetzen – das hieße weniger Erfassungsaufwand in der Medizin, mehr Zeit für Patienten und am Ende mehr Qualität.“ Die von den IQM-Mitgliedskrankenhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 2008 freiwillig eingesetzten und erprobten Qualitätsindikatoren aus Routinedaten werden seit diesem Jahr auch in Österreich und der Schweiz offiziell für landesweite Qualitätsmessungen verwendet.

Über den stationären Krankenhausbereich hinausgehend, nutzen die IQM-Kliniken zusätzlich die Ergebnisse sektorenübergreifender Qualitätsmessungen mit Routinedaten. Dies ist für Krankenhäuser bislang allerdings nur mit dem QSR-Verfahren und für AOK-versicherte Patienten möglich. Die Krankenkassen selber verfügen schon heute über diese Langzeitdaten und verwenden diese auch. „Der Vorteil sektorenübergreifender Verfahren besteht darin, dass auch Ereignisse nach einem Krankenhausaufenthalt in die Qualitätsmessung einfließen“, so De Meo. Kliniken haben damit die Möglichkeit, z.B. die Sterblichkeit ihrer Patienten nach 90 Tagen oder einem Jahr nach der Entlassung sowie komplikationsbedingte Wiederaufnahmen zu analysieren, um Bereiche mit möglichen Schwachstellen im medizinischen Behandlungsprozess mittels solcher Langzeitmessungen zu identifizieren. „Die bereits heute bei allen Krankenkassen vorliegenden sektorenübergreifenden Routinedaten sollten sowohl für die Versorgungsforschung als auch für die Leistungserbringer nutzbar gemacht werden“, plädiert De Meo. Fertige Konzepte liegen vor und könnten durch die Schaffung gesetzlicher Grundlagen zügig zum Vorteil der Patienten umgesetzt werden.

Mehr Informationen zu dieser und weiteren Positionen von IQM finden Sie im aktuellen IQM-Positionspapier „Impulse für mehr Qualität in der Medizin“.
Die Präsentationen und Abstracts der Tagungsbeiträge finden Sie unter http://www.qmr-kongress.de/programm_2011.html.

 

Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM)

Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammen geschlossen. Die trägerübergreifende Initiative mit Sitz in Berlin ist offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Vorhandenes Verbesserungspotenzial in der Medizin sichtbar zu machen und zum Wohle der Patienten durch aktives Fehlermanagement zu heben, ist das Ziel von IQM. Dafür stellt IQM den medizinischen Fachexperten aus den teilnehmenden Krankenhäusern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verfügung. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer-Review-Verfahren. In derzeit 155 Krankenhäusern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz versorgen die IQM-Mitglieder jährlich rund 2,7 Mio. Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei rund 13% und in Österreich bei 15%.

 

Kontakt:

IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
Friedrichstraße 166, 10117 Berlin

Mirja Kruthoff
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030-34 661 084
E-Mail: mirja.kruthoff@initiative-qualitaetsmedizin.de