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10 Jahre IQM

10 Jahre IQM

Initiative baut die Qualitätsindikatoren im Sinne der Patienten weiter aus und bietet künftig auch deutschlandweit eine Zweitmeinung für alle Patienten in IQM Kliniken an

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums blickt der Initiative Qualitätsmedizin e.V. (IQM) auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück: aus den 84 Mitgliedskliniken der Gründungsphase sind mittlerweile 475 Kliniken aus Deutschland und der Schweiz geworden, die sich freiwillig verpflichten, das Messen von Qualitätsindikatoren, das Veröffentlichen und Bewerten der Ergebnisse sowie die Durchführung von Peer Reviews zur Qualitätssicherung und -verbesserung durchzuführen.

Vor 10 Jahren als „Club der Mutigen“ gegründet, hat sich IQM als größte freiwillige Qualitätsinitiative im Gesundheitswesen in Deutschland etabliert. Darauf aufbauend geht IQM nun wieder einen mutigen Weg. IQM hat alle Kliniken dazu aufgerufen, die Qualitätsmessung weiter zu entwickeln: Künftig sollen sowohl der Schweregrad einer Erkrankung als auch die Wahrnehmung der Patienten zu Ihrem eigenen Behandlungserfolg noch stärker abgebildet werden. Darüber hinaus wird IQM künftig allen Patienten eine Zweitmeinung zur Indikation und zur Auswahl der Behandlung innerhalb des Netzwerkes der IQM Mitgliedskliniken anbieten. Hintergrund ist, dass es für Patienten zwar einen Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung gibt, sich dieser aber bislang von Gesetzes wegen nur auf ganz wenige planbare Eingriffe (Mandeloperationen und Gebärmutterentfernung) beschränkt. Zwar könnten die gesetzlichen Krankenkassen auf freiwilliger Basis festlegen, ob sie die Kosten für eine Zweitmeinung auch für weitere Krankheitsbilder übernehmen. Fakt ist jedoch, dass sich das Zweitmeinungssystem, das großen Patientennutzen verspricht, nur zögerlich durchsetzt.

IQM will nun ein eigenes Zweitmeinungsverfahren innerhalb der IQM Mitgliedshäuser aufbauen, um Patienten auch bei anderen planbaren Eingriffen die Möglichkeit zu geben, eine weitere ärztliche Meinung einzuholen. Um die Unabhängigkeit und Neutralität bei einer erneuten ärztlichen Einschätzung zu gewährleisten, setzt IQM darauf, dass die Zweitmeinung für Patienten einer IQM Mitgliedsklinik jeweils in einer anderen Mitgliedsklinik eingeholt wird. „Wenn wir Patienten innerhalb der IQM Mitglieder einen Zweitmeinungsgeber anbieten können, sorgen wir mit der bei IQM vorhandenen Trägervielfalt für eine unabhängige Zweitmeinung und setzen für IQM insgesamt als Qualitätsgemeinschaft ein äußerst positives Signal. Die Patienten und die Krankenkassen gewinnen mehr Sicherheit über eine durchweg indikationsgerechte Behandlung und die Patienten werden das Angebot zur Zweitmeinung – wie in anderen Bereichen – auch als Servicequalität bewerten“, sagt Dr. Francesco De Meo, Vorstandspräsident der Initiative Qualitätsmedizin.

Ebenso bewertet Prof. Peter Scriba, Vorsitzender des wissenschaftlichen IQM Beirats, die Zweitmeinung als exzellente Ergänzung der Qualitätsorientierung bei IQM. „Die Überprüfung der Indikationsqualität ist ein essentieller Punkt der Qualitätsmessung in der Medizin, der aber nur ganz schwer mit einfachen Kennzahlen messbar ist. Hier bietet die Zweitmeinung in Kombination mit den Peer Reviews eine exzellente Chance, die Indikation wie auch die Verfahrensauswahl abzusichern“.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Weiterentwicklung der IQM Qualitätsindikatoren wird die Darstellung von Kennzahlen in Abhängigkeit von den Risiken und der Schwere einer Erkrankung sein. Als Vertreter der universitären Träger und Vorstandsmitglied seit der IQM Gründung erläutert Prof. Michael Albrecht: „Bei besonders komplexen Krankheitsverläufen können die Ergebnisse mehr durch unterschiedliche Erkrankungsschwere und Risiken bedingt sein als durch Qualitätsunterschiede der Behandlung. Da nun veröffentlichte Behandlungsergebnisse zunehmend für Klinikvergleiche genutzt werden, müssen wir diese Risiken berücksichtigen und die veröffentlichten Kennzahlen entsprechend adjustieren“.

„Die Mitgliedskrankenhäuser von IQM sind seit 10 Jahren Pioniere der Umsetzung qualitätsfördernder Maßnahmen wie dem Einsatz von Qualitätsindikatoren und Peer Review. Was fehlt, sind die richtigen politischen Rahmenbedingungen“, äußert sich Dr. med. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin.

 

Die Initiative Qualitätsmedizin e.V. (IQM)
Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) ist ein Zusammenschluss von Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz, deren Ziel die Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität in Krankenhäusern und ein offener Umgang mit Fehlern ist. Die teilnehmenden Krankenhäuser haben sich auf die Anwendung dreier Grundsätze verständigt: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer Reviews. IQM arbeitet seit 10 Jahren kontinuierlich an der Weiterentwicklung von Methoden, um seinen Mitgliedern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verbesserung ihrer Behandlungsqualität bereitzustellen. Derzeit sind 475 Krankenhäuser Mitglied in der Initiative Qualitätsmedizin. Zusammen versorgen die Mitglieder aktuell jährlich ca. 7,2 Mio. stationäre Patienten, dies entspricht einem Anteil von 40% in Deutschland und 22% in der Schweiz.

 

Kontakt:
IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
Alt-Moabit 104, 10559 Berlin

Uta Buchmann
Tel.: +49 30 7262 152-153
E-Mail: uta.buchmann@initiative-qualitaetsmedizin.de